Die heilige Kuh – TPS

Will man im modernen Unternehmen den Karriere-Selbstmord begehen, gibt es einen todsicheren Tip. Dieser ist das Kritisieren oder in-Frage-stellen von TPS, dem Toyota-Produktions-System. Denn das ist eine wahrlich heilige Kuh in fast jedem deutschen, mittelständischen,  größeren oder gar großen Industrieunternehmen. Wer das kritisiert outet sich als Querulant oder Dummkopf. Oder hat er nicht vielleicht doch Recht? Zumindest ein bißchen? Schon dies erfüllt für die Anhänger von lean und TPS den klaren Tatbestand der Ketzerei. Und wird entsprechend geahndet. Und weil das alle wissen oder ahnen, wird TPS nie hinterfragt. Doch einmal zur Erinnerung: Toyota begann die Organisation zu straffen und Verschwendung zu suchen und zu beseitigen in der Zeit des zweiten Weltkriegs. Kurz nach dem Krieg wurde das sogenannte „Produktionssystem“ weiter ausgebaut und perfektioniert. Es war eine Zeit, in der japanische Unternehmen keine Hilfen hatten, es keine Computer gab und sie von anderen Einflüssen völlig abgekoppelt waren. Und in den 80 er Jahren wurden die Prinzipen dann erstmals zu Papier gebracht. Fällt Ihnen was auf? Nochmal: keine Computer, keine Steuerung. Nicht weil man das so, wollte, sondern weil man es nicht hatte und nicht konnte. Es wurde mit den Mitteln, dem Wissen und den Methoden aus der Zeit des zweiten Weltkriegs gearbeitet bzw. der Zeit kurz danach. Und ja, klar wurde Toyota Weltmarktführer und war auch viele Jahre und ist bis heute erfolgreich. Aber basiert das wirklich darauf? Oder sind es nicht auch einfach viele Dinge, die auch einem deutschen Manager, Ingenieur, einem Fertigungsprofi aufgefallen wären ohne diese „Bibel“ zu kennen? Sicherlich doch: denn auch der letzte Depp würde Verschwendung bemerken und feststellen, an was es denn liegt, wenn Teile oder ganze Produkte nicht rechtzeitig fertig werden. Und ob TPS wirklich der einzige Grund für den Erfolg von Toyota ist, ist nicht bewiesen. Als Beweis gilt allgemein, als in den 80 er Jahren in Deutschland und den USA Methoden aus dem TPS-Kanon in die Fabriken kamen, die Wirtschaftlichkeit gestiegen ist. Das wäre sie aber möglicherweise mit jedem anderen Programm zur Effizienzsteigerung. Es ist also kein Beweis, nur eine Vermutung oder ein Zusammenhang. Und ob es die japanischen Unternehmen heute nochmals genauso machen würden, mit den Möglichkeiten der Technik von heute? Man weiß es nicht. Vielmehr produzieren sie heute kaum anders als es eben „westliche“ Fabriken tun. Haben sich die westlichen Fabriken angepaßt oder war es umgekehrt? Nur die zweite Option kommt natürlich wieder nahe der Ketzerei. Genauso wie es eben immer noch unschick ist, zu sagen, dass das TPS ja schon über 70 Jahre alt ist. Und vielleicht doch nicht mehr überall so up-to-date, state-of-the-art. Oder auch manch spätere Erkenntnis gar ausblendet. Vielleicht wäre mancher Betrieb ohne das permanente Streben nach einem eigenen, TPS-ähnlichem, Produktionssysteme ja besser dran? Darf man das so sagen? Oder zumindest denken? Wohl nicht.

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