Methodenunterschiede Zeit- und Arbeitswirtschaft

moderne Zeitwirtschaft
(statistische Zeitwirtschaft)
klassische Methoden
(zb. nach Refa)
Bearbeitezeiten (für Vorgaben, Kalkulation) aus der praktischen Anwendung Vorgaben + Leistungsgrad durch Einzelzeitaufnahme
Täglich ergänzt, aktualisierte Werte Einmalig
Permanente Datenaufnahme Veränderungen nicht sichtbar, Aufnahme muß neu gemacht werden zur Überprüfung
Zeiten enthalten durchschnittliche Störungen, Erschwernisse Zeiten spiegeln „Laborcharakter“
Daten spiegeln Istzustand Zeiten zeigen oft Idealzustand
Tägliche Visualisierung Keine praktische Visualisierung
Klassenbildung für Varianten Taylorismus der Varianten
Prozeßbetrachtung Taylorismus der Arbeitsgänge
Geringer Einführungsaufwand mittlerer Einführungsaufwand
Geringer Pflegeaufwand Extrem hoher Pflegeaufwand
Stets aktuelle Zeiten niemals aktuelle Zeiten, außer im Moment der Aufnahme
Einsetzbar auch zur Reduzierung von Nebenzeiten (zb. Reinigen, Rüsten) Meist nur Hauptzeiten
Einsetzbar zur Ermittlung von Prozeßzeiten ohne identische Wiederholung (Lager, Versand, Auftragssachbearbeitung) Identcharakter ist Grundvoraussetzung
Hohe Akzeptanz bei MA Geringe Akzeptanz
günstig teuer, kostenintensiv
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Einfluss auf den Prozess

Was beeinflusst die Qualität und Effizienz eines Arbeits- oder Produktionsprozesses? Nur die Leistung der Mitarbeiter? Sicherlich nicht. Jeder, der sich mit Prozessoptimierung etwas beschäftigt, weiß, dass im Arbeitsumfeld oft die größten Verschwendungsfallen lauern. Aber wo genau?

Vier (4) Felder sind die Haupteinflußgrößen

Erstens: Die eingesetzte Technik, die Störungen und Defekte haben kann, die vielleicht nicht geeignet ist oder deren Bedienung nicht optimal oder nicht genug geschult worden ist

Zweitens: Die Organisation, die die Aufträge steuert, für Nachschub sorgt, Hilfsmittel und Material herbeischafft, für die fertigen Produkte den Weitertransport organisiert, oder eben das nicht so gut macht.

Drittens: Die Zusammenarbeit, die zwischen den Mitarbeitern und den anderen Abteilungen herrscht und möglich ist, oder eben auch nicht weil es an Absprachen, Regeln, Fähigkeit oder auch Willen und Wollen.

Viertens: Die Leistung der Mitarbeiter, die eben auch nicht immer gut und gleich ist und sowohl vom Können als auch vom Wollen abhängt.

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Arbeitswirtschaft zum Nachlesen

Kindle-Buch: Arbeitswirtschaft und der ganze Rest von mir

 

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Klassische, tayloristische Zeitwirtschaft zum Schmunzeln

Frage: Ist es wirklich so schlimm?

Antwort : Ja!

Klassische, tayloristische Zeitwirtschaft zum Schmunzeln. Beispiel „Duschen“

Der simple Vorgang des Duschens würde in der deutschen Akkordwelt mit der klassischen Zeitwirtschaft wie folgt zerlegt:

Rüsten (Licht einschalten, Handtuch bereitlegen, Shampoo/Seife beistellen)

  1. Ausziehen
  2. Wasser öffnen und Temperatur einregeln
  3. Mit Wasser anfeuchten
  4. Haarshampoo auftragen
  5. Mit Duschgel einreiben
  6. mit Wasser abduschen
  7. Wasser abstellen
  8. Abtrocknen mit bereitliegendem Handtuch
  9. Anziehen
  10. Abrüsten (Handtuch auf Handtuchhalter, aufräumen der Betriebsstoffe Seife/Shampoo, Licht aus)

Erschwernisstufen mit Zuschlag für:

  • erschwerten Rüstvorgang wie zb. Suchen nach frischem Handtuch, Suchen nach Betriebsmittel, Öffnen von Originalverpackungen.
  • erschwerte Temperaturregelung
  • „Winterzuschlag“ für besonders aufwendige Kleidung bei Pos 2. und Pos 10.

Nachdem der Vorgang so schön „strukturiert“ wurde, müssen nun Zeitaufnahmen zu den einzelnen Positionen gemacht werden. Selbstverständlich ist vorher der Betriebsrat zu informieren. Die Einzelzeitaufnahmen geben schließlich die exakte Prozesszeit von 11,21 Minuten (oder genauer: 672 Sekunden)  bei definierten Streubreiten. Alles muß klar und nachweisbar dokumentiert werden, selbstverständlich auch entsprechend dauerhaft archiviert. In Abstimmung mit dem Betriebsrat dürfen die Erschwernisstufen geschätzt werden. Diese müssen aber, um die spätere Reklamation zu ermöglichen, auch dem Mitarbeiter einsehbar gemacht werden. Sachliche und persönliche Verteilzeiten sind zu berücksichtigen.

Vielleicht kann auch eine Einigung erzielt werden, dass die Verteilzeiten die Pos. a,b,c beinhalten.

Auf dem Auftrag kann auch die Prozeßzeit in Summe angegeben werden“.

Ein Witz?

Schön wäre es! Die Wirklichkeit in deutschen Betrieben unterscheidet sich leider nur wenig von den viel geschmähten deutschen Amtsstuben.

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Marketing vom Papst lernen

Der aktuelle Papst ist leider in vielen Dingen weder Vorbild, geschweige denn unfehlbar. Er erzählt auch öfters dummes Zeugs oder fällt mit äußerst schwachen Ökonomiekenntnissen auf. Was ihn aber auszeichnet, ist ein hervorragendes Eigenmarketing. Wie groß muß doch die Begeisterung sein, wenn man eines Tages unverhofft einen Anruf bekommt und am anderen Ende der Leitung ist der Papst. Der einfach mal Guten Tag sagen will und einen dran erinnert, in die Kirche zu gehen. Der sich dafür bedankt, daß man dabei ist. Wäre das nicht mal etwas für Führungskräfte? Statt umständlich Seminare zur Teambildung, Firmenverbundenheit und Identifikation mit dem Unternehmen zu besuchen einfach mal zum Telefonhörer greifen und den einen oder anderen Mitarbeiter anrufen? Das würde sich sicher herumsprechen. Aber wahrscheinlich würde schnell ein Betriebsrat (Entschuldigung: ein/e Arbeiternehmervertreter*in) Gefahr und Belästigung wittern. Nur gut daß es das beim Papst nicht gibt, oder? Kommt aber vielleicht auch noch.

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Führung: Der Zu-Spät-Kommer

Führung geht oft praktischer. Statt über Theorien und Seminar gibt es den direkten Weg. Einfach mal mit dem Mitarbeiter sprechen. Ein aktuelles Beispiel. In einem mittelständischen Betrieb war ein bestimmter Mitarbeiter immer wieder auffällig wegen zu spätem Erscheinen am Arbeitsplatz. Der vorgesetzte Meister hat den Fall an das Personalbüro gegeben. Dort war man am Formulieren einer Abmahnung als der Werkleiter Wind von der Sache bekam. Er übernahm. Aber eben nicht in der Form, wie das die meisten sonst tun würden und die Personalabteilung schon dabei war. Nicht mit Drohung sondern mit einem kurzen Gespräch. Nicht umständlich mit „Du fehlst uns wenn Du fehlst“ oder abstrakten Reden zur Organisation und dem Vorbeten der Schichtzeiten. Sondern ganz einfach mit der Frage, warum das denn so sei, daß er immer wieder mal zu spät komme. Nun, am zu spät gestellten Wecker sei es hauptsächlich gelegen, einfach zu wenig Zeit morgens. Und wenn dann noch etwas Stau an der einen oder anderen Ampel, dann passiert es eben. Was man denn dagegen tun könne, fragt der Werkleiter, eher etwas rhetorisch. Vielleicht könne er ja den Wecker etwas früher stellen, so eine Viertelstunde oder so. Und dann versprach der Mitarbeiter dem Werkleiter in die Hand, daß er ab sofort den Wecker 20 Minuten früher stellen würde, beginnend am gleichen Tag. Und das Ergebnis? Es hat funktioniert. Und nach zwei Wochen fragte der Werkleiter nochmals beim Mitarbeiter nach, ob das denn jetzt klappen würde. Und ein sichtlich erfreuter Mitarbeiter war voller Stolz über die persönliche Ansprache und das es nun alles wieder in pünktlichen Bahnen laufe.

Was will ich damit sagen? Die persönliche Ansprache, die praktische Lebenshilfe mit einfachen Vereinbarungen bringt in vielen Fällen mehr als jede Abmahnung. Das Gespräch mit der Führung muß nicht eine Drohung sein sondern darf auch praktischen Nutzen und Auszeichnung sein. Dann ist Führung effektiv. Und auch gut.

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