Was ist Führung – den Kompass oder das Ziel kennen?

Dauerbrenner für Seminarveranstalter und Psychologen: Führung. Wie führt man, welche Instrumente setzt man ein? Der Coach als Führer bzw. umgekehrt, partnerschaftliches Führen und und und. Kaum genannt werden die einfachsten Dinge. Oder härter ausgedrückt: die grundsätzlichen Fragen werden nicht gestellt und gelten auch ohne Formulierung wohl meist schon als beantwortet. Aber vergessen wird: Führung bedeutet in erster Linie das Ziel vorgeben, die Richtung bestimmen und die Einhaltung des Wegs sowie die Verfolgung des Ziels zu fordern. Vielleicht auch den Weg vorangehen. Wer also selbst keine Ziele kennt oder formuliert oder auch den Weg nicht kennt, dem nützen alle Instrumente und Theorien nichts. Der braucht nichts lernen über situatives, kollegiales, autoritäres, partnerschaftliches oder persönlichkeitsbezogenes Führen. Autoräder ohne ein dazugehörendes Auto machen keinen Sinn. Führung beginnt am Erkennen und Formulieren von Zielen und Wegen dorthin.

 

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Effizienz der Führung – Gruppengröße

Wann ist Führung effizient? Diese Frage wird immer wieder gestellt und in diversen Seminaren mehr oder weniger gut bearbeitet. Was ist überhaupt eine effiziente Führung? Was sind die Merkmale für Effizienz? Diese Frage wird meist gar nicht gestellt, vielmehr wird über die Werkzeuge und die Stellschrauben gesprochen. Ich will es einfach ausdrücken: Effizient ist die Führung dann, wenn unten was ankommt. Und deshalb ist die Effizienz nur indirekt von der „Führungsspanne“ abhängig. Je weniger Komplexität vorliegt, desto einfacher ist Führung. Denn bei geringer Komplexität ist Führung vor allem Informationsvermittlung und Kontrolle der Ergebnisse. Dann kann die Führungsspanne auch mal etwas größer sein. Komplexität? Ich messe dies in Komplexitätsgraden und –Punkten, Je geringer desto einfacher. Sieht man die Komplexität der Führung als die unabhängige Variable, so kann die Anzahl der führbaren (zu betreuenden!) Mitarbeitern mit abnehmender Komplexität zunehmen.

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Meister und Technik

Nahezu in jedem Industriebetrieb gibt es die „Meister“ als Führungskräfte und auch als Knowhow-Träger. Zu Recht werden sie auch als Schlüssel zur Produktivität und als Tor zum Mitarbeiter angesehen. Nur es wird dabei etwas vergessen. Die Meister sind fast ausschließlich technik-orientiert, ihre Ausbildung ist eine technische und ihre Berufserfahrung baut darauf auf. Wenn Sie also Ihre Meister fragen, wie denn die Produktivität im nächsten Jahr gesteigert werden könne, werden Sie fast immer nur technische Lösungen genannt bekommen. Entweder neue Maschinen, Werkzeuge oder anderes Material. Selten oder in vielen Betrieben niemals werden die Meister sagen, daß man mit Organisation, Einbinden der Mitarbeitern, Visualisierung, Kommunikation was erreichen kann oder sollte. Im Gegenteil, dies wird sogar oft bezweifelt. Hier wünsche ich mir manchmal einen Marketing-Mann oder einen Social-Media-Experte, der seinen Enthusiasmus und Glaube an die Eigenmotivation der Menschen und die Macht der Kommunikation und Bilder vermitteln könnte. Mit anderen Worten: Wenn es mehr sein soll als Technik und/oder Material dürfen Sie sich nicht alleine auf Ihre Meister verlassen, holen Sie sich Rat und Erfahrung von außen (von mir!)

 

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Was ist besser: Nachhaltig oder wirksam?

„Nachhaltig“ kommt nun fast in jeder Produktbeschreibung vor, Unternehmen bezeichnen sich und ihre Produktion als nachhaltig, Investitionen und Methoden sind scheinbar nur gut wenn sie denn nachhaltig sind. Es wird vor diesem Wort gebuckelt, genauer vor der grünen Ideologie dahinter und deren Anhänger. Doch nur noch selten macht sich jemand Gedanken, ob „nachhaltig“ wirklich ein Wert ist. Wie wäre es denn erstmal mit „funktionierend“ oder „wirksam“? Bevor Produktionsmethoden nachhaltig werden sollten müssen diese erstmal funktionieren, auch die Nachhaltigkeit von Produkte ist eher schädlich wenn sie nichts taugen. Auch Investitionen müssen erstmal sinnvoll und wirtschaftlich sein, nachhaltig ist dabei eher dumm. (Vor kurzem hat man mir im übrigen schon nachhaltige Aktien angedient, was immer das sein soll) Auch Methoden müssen wirken und nicht einfach nur nachhaltig sein. Wer nachhaltige Methoden fordert ist nicht bei Sinnen.

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Warum Selbstkritik nicht existiert

Ich behaupte, Selbstkritik ist in der Arbeitswelt in Unternehmen nicht vorhanden. Kaum einer stellt seine bisherige Arbeit, seine Methoden, Vorgehensweisen und Erfolge in Frage. Für Mißerfolge werden andere, am besten externe Faktoren gesucht und fast immer gefunden. Und woher soll die Selbstkritik auch kommen? Der Vergleich zu anderen Vorgehensweisen fehlt, der Blick über die Grenzen des eigenen Unternehmens ist meist nicht vorhanden. Das ist prinzipiell auch nicht schlimm. Aber man muß bei der Analyse sich im Klaren sein, daß neue Impulse hier nicht entstehen können. Wer sich zb bis jetzt nur um Technik gekümmert und damit die Verbesserung der Produktivität gesucht hat, wird nicht ab sofort dies aufgeben und in der Organisation oder dem Mitarbeiter das Verbesserungspotential sehen wollen. Denn es schwingt dann immer mit, daß die bisherige Vorgehensweise falsch oder zumindest lückenhaft war. Und das will keiner im Unternehmen gerne eingestehen. Also müssen diese Impulse und anderen Sichtweisen immer von außen kommen und nicht als Alternative entweder oder sonders als Ergänzung verstanden werden können.

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Das bringt doch nichts

Was ist KVP? Der kontinuierliche Verbesserungsprozeß, gut, die meisten kennen diesen, zumindest von der Begrifflichkeit. Und was bedeutet es? Daß man die Politik der vielen kleinen Schritte verfolgt, die ständige Verbesserung anstrebt, permanent. Wer auf den großen Paukenschlag, auf die zündende Idee oder den großen Sprung wartet, der hat KVP nicht verstanden. Und doch erlebt man es fast täglich in den Diskussionen, wenn es um Kleinigkeiten geht wie eine Kennzeichnung der Stellflächen, ordentliche Beschilderung, Austausch von beschädigten oder überholten Hinweistafeln, die Entfernung ausgedienter Besen oder Werkzeuge, das Aufräumen des Arbeitsplatzes oder auch nur die Anschaffung bzw. Einführung eines anderen, leichter gehenden Paketbandabrollers. Dann hört man oft: „das bringt doch nichts“. Sicher? Woher weiß derjenige das? Alles schon ausprobiert oder analysiert? Oder zeigt es einfach nicht den großen Sprung, „riecht“ es nicht nach großer Innovation? Meist ist es das, was dann Vorgesetzte wie auch Mitarbeiter in diese Litanei hineinzieht und KVP verhindert durch Vermeidung. Schlimmer noch: So wird man keinen Schwung in den Laden bringen, der Mief des Stillstands bleibt bestehen, Veränderung wird weder gefordert noch vorgelebt sondern mit vier Worten abgewürgt „das bringt doch nichts“. Außerdem ist es auch falsch, denn „nichts“ ist sicher falsch. Es bringt „etwas“ und nicht „nichts“. Können wir auf „etwas“ verzichten, dann haben wir wirklich „nichts“. Eigentlich nicht schwer, so geht KVP.

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A bis Z Anwesenheitszeit versus Zeitwirtschaft

Arbeitswirtschaft ist nicht Zeitwirtschaft, das wurde schon gesagt. Arbeitswirtschaft betrachtet die Verwendung der Anwesenheitszeiten auf die Prozesse, Produkte, Arbeiten. Egal ob wertschöpfend oder nicht. Das Ziel ist, alle (bezahlten) Anwesenheits-Zeiten aller Mitarbeiter zu bewirtschaften. Was bedeutet „bewirtschaften“ in diesem Zusammenhang? Bewirtschaften bedeutet in der Natur, daß etwas nicht sich selbst überlassen wird sondern der Mensch sich darum kümmert. Genauso ist die Bewirtschaftung der Arbeitszeit zu verstehen. Die Arbeitszeit wird in der Gänze bewirtschaftet, also nicht nur die wertschöpfenden und von der Zeitwirtschaft betrachteten Anteile. Es wird untersucht, beobachtet und systematisch erfaßt, für was die Zeiten verbraucht werden. Erst im nächsten Schritt kommt dann die Zeitwirtschaft ins Spiel, nämlich dann, wenn es darum geht, ob die Zeiten, die auf Prozesse und Produkte verwendet werden, auch effektiv eingesetzt sind. Wobei die klassische (Stoppuhren-)Zeitwirtschaft sich auch hier oft schwer tut oder gar völlig versagt. Deshalb gehören zu der modernen Arbeitswirtschaft auch moderne Methoden, die Leistung und Arbeit auch dort messen können, wo das sonst nur schwer, mit großem Aufwand oder gar nicht geht. Deshalb ist Arbeitswirtschaft mehr als „nur“ Zeitwirtschaft. Und darf nicht „mal so nebenbei“ betrieben werden.

 

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