Wer in Kalenderwochen plant, plant schlecht oder gar nicht.

Viele Auftragsbestätigungen enthalten oft Angaben zur Lieferung „Liefertermin Kalenderwoche xy“ oder auch „Lieferwoche“. Was soll das ? Warum nicht gleich eine Bestätigung mit „ungefähr“ oder „schätzungsweise“? Denn eine Woche geht dann auch immer bis zum Freitag abend. Was aber Freitag abend geliefert wird, ist nicht mehr in der besagten Woche brauch- bzw. verwend- oder verarbeitbar. Eine Lieferwoche ist eben kein Liefertermin sondern eine unverbindliche Schätzung. Warum können vor allem deutsche Industriebetriebe keinen konkreten Termin angeben oder wollen das nicht? Unfähigkeit? Desinteresse? Wohl beides. Die Ursache liegt meist schon darin, daß auch intern nur derart schlecht geplant wird. Auf den Fertigungspapieren steht dann immer eine Lieferwoche, d.h es ist ein Unschärfe von 5 Tagen bereits von vornherein eingeplant bzw. sogar vorgesehen. Mit entsprechend verheerender Signalwirkung. Denn Liefertermin bedeutet ja für viele so etwas ähnliches wie Verlade- oder Versandtermin. Und das ist dann auch der Freitag. Ganz nach dem Motto: Ist doch nicht unsere Schuld wenn der Transport so lange dauert. Liefertermin Woche x bedeutet dann immer für den Kunden, daß er das Teil frühestens in Woche x+1 hat und auch da meist nicht zwingend am Montag. Und intern bedeutet Liefertermin ja dann auch so was Ähnliches wie Fertigstellungstermin, auch KW x. Wobei das dann zwar passen könnte, nicht aber wenn man dann auch den Freitag noch als pünktlich ansieht. Fertigtermin und Verladetermin und Liefertermin in der gleichen Kalenderwoche klappt eben nur, wenn man konkrete KALENDERTAGE definiert. Warum das nicht gemacht wird? Weil die meisten mit Durchlaufzeiten und Kalenderwochen planen, der Startzeitpunkt genauso wachsweich ist wie die Bestellungen von Material bei Lieferanten usw. Und weil es eklatante Denkfehler (und oft auch Berechnungsfehler) im Planungssystem und der zugehörige Logik gibt. Dazu an anderer Stelle mehr. Aber ein Liefertermin in Kalenderwochen anzugeben ist Ausdruck von Schlendrian und unpräzisem Arbeiten! Und diesen dann auch noch zu reißen, wie soll man das noch nennen?

Über wetterjoerg

Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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