Corona als Ausrede

Man steht vor verschlossenen statt geöffneten Türen bei vielen Behörden. „Nur mit Termin“ ist schon an vielen Stellen gängige Praxis statt unbürokratischem und schnellem Arbeiten. Als Grund wird „Corona“ (oder wahlweise „Covid19“) genannt. Diese Universalentschuldigung setzt sich offensichtlich flächendeckend durch an vielen Stellen, wo der Bürger oder der Kunde Service benötigt und erwartet. Doch vom Telefonanbieter, über die Arztpraxis, dem Versicherungsunternehmen, dem Web-Service-Provider, die Stadtwerke und Energieversorger bis hin zum Online-Händler oder auch der Hausbank überall nahezu das gleiche Bild: Warteschlangen, Endlosschleifen, Telefonansagen und die alles umfassende Erklärung für schlechten Service.  Fragt man dann doch einmal genervt nach, so erhält man Erklärungen wie „Home-Office“, Rücksicht auf ältere Mitarbeiter und Risikogruppen oder noch einfacher „in diesen Zeiten“. Gemeinsam ist allen, daß damit ein schlechter oder gar komplett fehlender Service entschuldigt werden soll. Übersehen wird dabei aber auch meist, daß viele von denen, die da anrufen, eben ganz normal arbeiten müssen, trotz „diesen Zeiten“. Und denen fehlt eben zunehmend jedes Verständnis für diese Ausreden. Denn gerade ein Telefonservice oder auch eine Amtsstube lassen sich sehr einfach so organisieren, daß die gesundheitliche Gefährdung minimal ist. Deshalb sind diese Ausreden nichts anderes eben als genau Ausreden fürs Nichtstun oder für miesen, erbärmlichen Service. Interessanterweise auch immer fast nur bei denjenigen, die wirtschaftlich von der Krise am allerwenigsten betroffen sind. Man sollte sich die Unternehmen und Verantwortlichen für die Zukunft gut merken.

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Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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