Komplex hoch drei – Prämienlohn und Zeitwirtschaft

Für was betreibt man Zeitwirtschaft nochmals gleich? Also die Sache mit den Vorgabezeiten, Planzeiten usw.? Naja, klar, um die Arbeit zu strukturieren und dann bewertbar zu machen. Man will einfach wissen, wie lange etwas dauert oder dauern soll. Und warum eigentlich?

Dafür gibt es drei Gründe:

A. Man will wissen was es kostet, wieviel bezahlte Arbeitszeit in dem Produkt schließlich steckt.

B. man will wissen, wann es fertig ist, wie lange es dauert bis die Arbeit erledigt ist.

C. Man will wissen, wie viele Stück man fertigen kann in einem verfügbaren Zeitraum oder aber wie viele Menschen oder Maschinen man braucht, um eine bestimmte Stückzahl zu erhalten

Kurz: die Themen lauten Kalkulation, Termin- und Kapazitätsplanung. Und jedes Thema kann für sich sehr komplex werden. Und vor allem kann jedes Thema ganz unterschiedliche Anforderungen an die Zeitwirtschaft mit sich bringen. Es geht dabei um Genauigkeit und Toleranz aber auch um Aktualität. Und auch um die Wahl der Methode der Wertermittlung. Ist Beobachtung angesagt oder genügen BDE-Daten? Müssen dabei die Mitarbeiter selbst noch beurteilt werden, wie sehr sie sich gerade anstrengen? Oder gibt es Zeitanteile, die gar nicht beobachtet werden können, wie z.B. Werkzeugbruch? Wieviel davon muß in die Kalkulation? Wie weit verzögert das den Termin? Vollständig oder gar nicht weil genug andere Maschinen und Werkzeuge da sind? Oder es Pufferzeiten gibt? Sind das echte Puffer oder gar doch Leerlauf? Oder führt Statistik ans Ziel? Wenn ja, mit welcher Genauigkeit? Und was sind die Kosten und der Aufwand für die Ermittlung selbst? Kostet die Ermittlung mehr als das Produkt? Oder ist eine verläßliche Bewertung erst verfügbar, wenn das Produkt bereits ein Auslaufmodell ist? Gibt es Varianten und unterscheiden die sich wirklich?  Zeitwirtschaft kann und ist also durchaus ein komplexes Gebiet, die Komplexität nimmt mit den Anforderungen der Kapazitätsplanung, Auslastungssteuerung, Kalkulation und Terminplanung zu. Je mehr Anforderungen aus den Teilgebieten kommen, desto komplexer wird die Realisierung. Nicht zu vergessen sind dann noch das Controlling, welches Abweichungen aufzeigt und diese erklärt haben will bzw. neue Anforderungen stellt. Und ebenfalls nicht zu vergessen ist der Vertrieb, dem die Preisen und die Kosten zu hoch sind. Auch hier werden Anforderungen formuliert. Was dann zu „Make-or-Buy“ Überlegungen im Management führt oder führen kann. Hier bedarf es dann wieder ergänzender Analysen und Bewertungen in und durch die Zeitwirtschaft, nicht zu vergessen sind dann oft noch Standortvergleiche. Andere Standort sind dann aber oft andere „Arbeitssysteme“ mit anderen Ergebnissen bei gleichen Produkten und ähnlichen Abläufen.

Und warum kommt man bei der dieser schon herrschenden Komplexität auf die Idee, auch den Lohn damit zu verknüpfen? Damit der Betriebsrat nun bei allem Mitbestimmungsrechte hat? Damit es komplizierter wird? Und vor lauter dann gemachten Kompromissen keines der Themen mehr richtig bedient wird?

wie man das besser macht, das sagt Ihnen Wetter Unternehmensberatung. Weitere Informationen zu modernen und einfachen Vorgabezeiten

Über wetterjoerg

Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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