Handeln in der Krise

Die Coronakrise zwingt zu vielen Maßnahmen, die anders sind als unter „normalen“ Umständen oder auch „normalen Krisen“. Im Bereich der Prämienentlohnung gilt es vor allem, Fehler zu vermeiden. Man darf jetzt nicht mangels Produktivität z.B. auf Durchschnittszahlungen umstellen damit hohe Prämien auch in der Krise sichergestellt sind. Ebenso darf man nun keinen Anreiz (mehr) bieten, aus finanziellen Gründen mit Erkältung (oder eben gar dem Virus aus falscher Hoffnung, ihn nicht zu haben) in die Firma zu kommen. Das bedeutet, daß z.b. Systeme, die die Anwesenheit honorieren oder die Abwesenheit sanktionieren besser aktuell deaktiviert werden. Hier kann dann tatsächliche ein Durchschnittswert aus der Vergangenheit vor März herangezogen werden. Beurteilungssysteme (Leistungsbeurteilungen LBU) werden aktuell sicherlich auch keine Akzeptanz finden, etwa aktuell fällige Beurteilungen sollten ausgesetzt werden. Ausgesetzt bedeutet in diesem Fall, daß ein evtl. vorhandener Punktwert aus früheren Beurteilungen einfach weitergeführt wird. Nicht vergessen werden darf, daß es dazu Betriebsvereinbarungen mit dem Betriebsrat braucht. Und diese müssen schnell erstellt werden, das übliche wochenlange Pingpong wäre hier verheerend.

Zielvereinbarungen sollten jedoch bestehen bleiben. Denn ein Lockern würde betriebswirtschaftlich mehrfache schaden. Da die meisten Zielvereinbarungen erst sehr zeitversetzt lohnwirksam werden (wenn überhaupt) lösen diese im Moment beim betroffenen Mitarbeiter keine weiteren Probleme aus. Anders sieht es mit Bonus-System im Verkauf aus, z.B. Verkäuferprovisionen. Wenn diese Vertriebsmitarbeiter nicht gerade Lebensmittel oder gar Desinfektionsmittel verkaufen, könnten hier die Prämien gegen Null gehen. Und oft sind bei diesen Mitarbeitern die Fixanteile besonders klein sodaß diese wirklich auf die Provisionen oft angewiesen sind. Hier muß schnell nach Lösungen gesucht werden, die für beide Seiten tragbar sind. Über Kurzarbeitergeld kann vielleicht der Verlust etwas reduziert werden.

Ebenfalls ins Kalkül muß nun das Thema Kurzarbeitergeld, Zeitkonten und Urlaubsplanung gehen. Zeitkonten sollten ins maximal mögliche Minus gefahren werden, mit den Mitarbeitern sollte gesprochen werden, ob diese evtl. auch Urlaub nehmen aktuell. Was die Zeitkonten und auch die Beantragung von Kurzarbeit angeht: auch hier bedarf einer Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat. Und dabei ist Zeit nun Geld im wahrsten Sinne für viele Betriebe. Wer hier langsam ist und sich nicht einigen kann, hat verloren. Und ein Betriebsrat, der sich dagegen sperrt sorgt mit Sicherheit für die Insolvenz.

Wie dann die Kurzarbeit ausgestaltet wird, dazu an anderer Stelle mehr. Wetter Unternehmensberatung liefert unkomplizierte Lösungen, schnell und unbürokratisch „hands on“ in denglisch.

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