Alles im Fluß, push und pull

Alles im Fluß, push und pull

„one piece flow“, diese Forderung aus der Begriffswelt der lean production kommt immer wieder auf in Unternehmen mit der Forderung nach radikalem Umbau. Das mag berechtigt klingen, geht doch hier meist der Wunsch ein, die Rüstzeiten zu minimieren. Aber auch ein one-piece-flow ist kein Garant für eine verschwendungsarme Fertigung. Zunächst muß denn unterschieden werden, wie denn die generelle Steuerung funktioniert: da gibt es die Klassiker Pull und Push. Beim Pullprinzip „zieht“ die letzte Stelle, d.h. beispielweise der Versand oder gar der Kunde löst die Produktion von weiteren Teilen aus. Klingt gut, ist gut, geht aber nur bei Akzeptanz größerer Lieferzeiten. Gleichzeitig müssen im Pullprinzip meist mehr Materialien und Zukaufprodukte vorgehalten werden, umso mehr wie kurze Lieferzeiten gefordert sind und umgekehrt eigene Lieferanten entsprechend lange Lieferzeiten haben. Ein echtes Pullprinzip geht deshalb meist nur dort, wo die eigenen Lieferanten kürzeste Lieferzeiten haben oder man bereit ist, größere Bestände zu horten. Im Klartext bedeutet dies, ein echtes Pullprinzip wird selten realisiert. Das Abweichen davon nennt man dann lieber etwas verklausuliert „auftragsbezogene“ Fertigung. Also der Kunde „zieht“ zwar, aber man beginnt erst mit der Fertigung, wenn der Auftrag vorliegt. Das könnte man zwar auch Pull nennen, ist es aber nicht. Denn die anderen Abteilungen „ziehen“ nicht. Weder der Versand, noch die Verpackung oder die Endmontage haben hier was zu tun sondern sie warten, daß was kommt. Also ist das ein klares Push-Prinzip. Und richtig ändern wird man das nie können, vorausgesetzt man will nicht auf Vorrat produzieren oder zumindest in mehrfach verwendbaren Baugruppen. Aber auch im Push-Prinzip gibt es gute und schlechte Lösungen. Denn Push bedeutet nicht, daß überall „gepusht“ werden muß. Zwar ist das oft in Unternehmen so, besonders eben dort, wo kundenspezifische Produkte gefertigt werden. Die Verschwendung kann aber trotzdem reduziert werden in diesen Fällen, wenn man sich des Flußprinzips erinnert. Nur der Auftrag muß an einer Stelle angestoßen werden (push), danach läuft er aber von alleine mit möglichst wenig Unterbrechungen. Aufträge überholen sich nicht, werden nicht zur Seite gestellt oder geparkt. Das ist dann die hohe Kunst der Prozeßgestaltung und –Optimierung. Einfach nur mal „Pullprinzip“ rufen kann dagegen jeder.

Statt drittklassigen Lösungen oder nur theoretischen Konzepten gibt es bei Wetter Unternehmensberatung praxiserprobte Wege. Aus der Praxis für die Praxis. Oder auch:  „Theorie ohne Praxis ist Willkür, Praxis ohne Theorie ist Chaos“

 

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