Brauchen wir noch Vorgabezeiten?

Nein, war die Antwort auf diese Frage in den 80-er Jahren. „Humanisierung der Arbeit“ war das Programm in aller Munde. Der Gedanke vom aufrichtigen, ehrlichen und immer fleißigen Mitarbeiter war vorherrschend und ging soweit, dass man glaubte die moderne Produktion brauche dieses Mittel nicht mehr. Weit gefehlt. Denn die Leistungen wurden auch ohne Vorgaben nicht viel besser, Gruppenarbeit und „Demokratisierung“ zum Trotz. Im Gegenteil. Und mit zunehmender Einführung von ERP und PPS-Systemen wuchs die Erkenntnis, dass eine Kapazitäts- und Terminplanung eben doch Rechenwerte braucht. Und so erfuhren schon bald die Zeitaufnahmen eine Renaissance, zu Recht. Denn die Devise war und ist: miss es oder vergiss es. Leider kamen auch die ganzen unnötigen Dinge wieder mit, wie z.B. „Normalleistung“, „Leistungsgrad“  bzw. dessen Beurteilung. Und  damit der Streit, ob man die Leistung des Mitarbeiters beeinflussen sollte oder gar dürfte. Ob man es überhaupt kann, war wieder ein anderes Thema. Sicher ist aber: mit der Vorgabezeit geht das nicht. Die Vorgabezeit ist kein Anreiz sondern nur ein Kalkulationswert. Und dieser Kalkulationswert wird auch in Zukunft benötigt werden. Der Leistungsgrad, der nicht gemessen sondern beurteilt (ich sage ganz klar: geschätzt!) wird, soll dann der Anreiz sein, aber nur wenn er gering ist. So wird man aber nicht besser, denn es wird nur die körperliche Leistung des Mitarbeiters geschätzt oder für gut befunden. Und bei „Gut“ gibt es dann nichts zu verbessern mehr. Und so führt das „Gut“ dazu, dass Verbesserungen dann plötzlich als negativ angesehen werden. Ja, Vorgaben werden benötigt für Analysen und Kalkulationen, es sind dann aber eben keinen „Vorgaben“ mehr sondern wertfreie Zeitwerte, Kalkulationswerte bzw. Kalkulationszeiten. Für eine Prämie jedoch oder als Anreiz taugen weder diese noch Vorgabezeiten mit eingebauten und teils willkürlichen Schätzungen.

Statt mit Zeitaufnahmen und dem ganzen Ballast dabei bietet Wetter Unternehmensberatung für viele Bereich im Betrieb die Alternative. Moderne Arbeitswirtschaft nennt sie sich. Das Beste aus Kennzahlen, Controlling und Zeitwirtschaft sozusagen. Mehr Infos finden Sie auch hier, www.vorgabezeiten.info

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