Mitarbeiter in Ruhe lassen – Vertrauen statt Führung

Provokativ in Anlehnung an den Möbelhaus-Werbespruch: Vertraust Du schon oder führst Du noch? Und genau darum geht es. Die Themen Führung, Führungsfehler und Führungsstile sind Dauerbrenner bei manchen Beratungsunternehmen, besonders denjenigen mit angestellten oder assoziierten Psychologen und Pädagogen. Vor kurzem habe ich als Berufsqualifikation in einem solchen Unternehmen auch Soziologen und sogar Schauspieler entdeckt… Ganz vergessen wird dabei das zweite Objekt der Begierde, der zu führende Mitarbeiter. Was ist, wenn dieser einfach nicht geführt werden will, sondern lieber unbehelligt und unbelästigt seine Arbeit machen möchte? Die Führungsmaßnahmen als anmaßend, aufdringlich oder belästigend empfindet, er es durchschaut, dass man ihn manipulieren möchte. Wird dann seine Leistung oder gar die Ergebnisse wirklich besser? Das Gegenteil wird eintreten im schlimmsten Fall! Im Schwäbischen gilt der Spruch „net gscholte isch gnug globt“ (Übersetzung: nicht gescholten ist genug gelobt). Und hier ist mehr Wahrheit drin, als denn sich so mancher Führungspsychologe vorstellen kann. Vor allem steckt statt Theorie dann die Lebenserfahrung drin. Mitarbeiter wollen klare Vorgaben haben, was man von ihnen erwartet an Leistung, Ergebnis und Verhalten. Sie wollen klare Regeln und keine Regelinterpretationen. Und wenn sie das haben, dann wollen die allermeisten Mitarbeiter in Ruhe gelassen werden und arbeiten. Einzelgänger kann man auch nicht durch „Teambuilding“ umpolen, sie werden das als Belästigung oder gar als Angriff sehen. Nur die wenigsten Mitarbeiter wollen „After-Work-Events“ oder ihr Wochenende für das Betriebsklima opfern, weil die Vorgesetzten oder deren Berater dies als Ursache für irgendwas glauben entdeckt zu haben. Der fleissige und der motivierte Mitarbeiter kann durch Führungsversuche nur gebremst oder demotiviert werden, der faule oder desinteressierte Kollege wird insgeheim eher sich seinen Teil denken. Viele Mitarbeiter empfinden zu offensichtliche Führungsanstrengungen als gezeigte Unzufriedenheit oder fehlendes Vertrauen der Vorgesetzten. Deshalb stellt sich die Frage, ob nicht einfach mal Vertrauen helfen würde?

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