KAK – und KAPPES ungeeignete Kennzahlen aus Kompromissen

Man erlebt es leider immer wieder: Im Unternehmen soll ein Prämienlohn eingeführt werden, der auf Kennzahlen basiert. Und dann meldet der Betriebsrat oder ein Bereichsleiter Bedenken zu den Kennzahlen an. Meist sind die von mir vorgeschlagenen Kennzahlen auf harten Fakten basierend mit großer betriebswirtschaftlicher Relevanz. Vereinfacht z.B.: schlechte Produktivität führt zu geringer Prämie, gute Produktivität zu guter Prämie. Oder auch: keine Kosten eingespart? Dann ist auch keine Prämie möglich. Schnell erscheint dies dem einen oder anderen zu hart, zu wenig gerecht oder sonst irgendwie unschön. Und dann kommt ein neuer Berater (meist eine Beraterin) um die Ecke und „erarbeitet“ mit fast allen zukünftig Betroffenen (und Nutzniessern) neue Kennzahlen. Meist nicht dabei ist bei diesen Arbeiten die Geschäftsleitung. Dafür steht dann am Ende ein Kompromiss, „erarbeitet“ durch Moderation und Mediation. Und diese Kennzahlen sind dann oft schön unscharf und tun nur wenig weh. Qualität (die eh schon gut ist), Planungsgrade, Auslastungsgrade oder gar Potentialnutzung taucht plötzlich auf. Selbstverständlich gerne auch genommen wird die Termintreue mit vielen „Wenn und Abers“. Vieles ist dann in der Beliebigkeit und hat nur wenig mit dem wirklichen Unternehmenserfolg zu tun oder führt zu diesem, bildet im besten Fall einen gewissen Fleiß einiger Beteiligten ab. Deshalb nenne ich so etwa KAK (nein es fehlt kein „C“…) für Kennzahlen aus Kompromiss oder auch KAPPES – Kennzahlen aus pyschologischen, pädagogischen erarbeiteten Sitzungen als kleinen Wink auf den Background der Verursacher. Mit Betriebskenntnis, Praxis oder gar Betriebswirtschaft hat das meist nichts zu tun

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Über wetterjoerg

Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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