Führung: Der Zu-Spät-Kommer

Führung geht oft praktischer. Statt über Theorien und Seminar gibt es den direkten Weg. Einfach mal mit dem Mitarbeiter sprechen. Ein aktuelles Beispiel. In einem mittelständischen Betrieb war ein bestimmter Mitarbeiter immer wieder auffällig wegen zu spätem Erscheinen am Arbeitsplatz. Der vorgesetzte Meister hat den Fall an das Personalbüro gegeben. Dort war man am Formulieren einer Abmahnung als der Werkleiter Wind von der Sache bekam. Er übernahm. Aber eben nicht in der Form, wie das die meisten sonst tun würden und die Personalabteilung schon dabei war. Nicht mit Drohung sondern mit einem kurzen Gespräch. Nicht umständlich mit „Du fehlst uns wenn Du fehlst“ oder abstrakten Reden zur Organisation und dem Vorbeten der Schichtzeiten. Sondern ganz einfach mit der Frage, warum das denn so sei, daß er immer wieder mal zu spät komme. Nun, am zu spät gestellten Wecker sei es hauptsächlich gelegen, einfach zu wenig Zeit morgens. Und wenn dann noch etwas Stau an der einen oder anderen Ampel, dann passiert es eben. Was man denn dagegen tun könne, fragt der Werkleiter, eher etwas rhetorisch. Vielleicht könne er ja den Wecker etwas früher stellen, so eine Viertelstunde oder so. Und dann versprach der Mitarbeiter dem Werkleiter in die Hand, daß er ab sofort den Wecker 20 Minuten früher stellen würde, beginnend am gleichen Tag. Und das Ergebnis? Es hat funktioniert. Und nach zwei Wochen fragte der Werkleiter nochmals beim Mitarbeiter nach, ob das denn jetzt klappen würde. Und ein sichtlich erfreuter Mitarbeiter war voller Stolz über die persönliche Ansprache und das es nun alles wieder in pünktlichen Bahnen laufe.

Was will ich damit sagen? Die persönliche Ansprache, die praktische Lebenshilfe mit einfachen Vereinbarungen bringt in vielen Fällen mehr als jede Abmahnung. Das Gespräch mit der Führung muß nicht eine Drohung sein sondern darf auch praktischen Nutzen und Auszeichnung sein. Dann ist Führung effektiv. Und auch gut.

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Über wetterjoerg

Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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