Mitbestimmung negiert Wissen und Ausbildung

Wie wird in einem Unternehmen die Auswahl eines neuen Geschäftsführers oder eines Mitglieds der Geschäftsleitung getroffen? Muß dieser bei seiner Bewerbung nicht Zeugnisse oder Referenzen haben? Ist es egal, wenn er keinen Schulabschluß hat, keine Lehre gemacht hat? Oder wird als Geschäftsführer eines Technologie-Unternehmens auch gerne mal ein gelernter Bäcker oder Metzger genommen? Oder als Chef eines Herstellers von Computer-Festplatten tut es auch jemand, der Maurer war? Sicherlich nicht. Denn normalerweise wird von der Geschäftsleitung Sachverstand in den Dingen verlangt, über die sie zu entscheiden hat. Doch in Deutschland ist das gerne etwas anders. Das Mitbestimmungsrecht weist Betriebsräten eine Macht zur Mitbestimmung zu, die sie normalerweise unmöglich richtig ausüben können. Denn es werden für die Mitgliedschaft keinerlei Voraussetzungen und Qualifikationen erworben. Das deutsche Mitbestimmungsrecht geht davon aus, daß über die Geschicke und die Zukunft des Unternehmens eigentlich jeder bestimmen kann, vorausgesetzt, er ist als Betriebsrat gewählt. Auch die „Crowd“-Idee bringt hier nichts, denn das Argument, daß im Gremium ja mehr Wissen zusammenkommt als in der einzelnen Person, hilft nicht. Fünf Bäcker, drei Mechaniker, zwei Maurer und ein Elektrotechniker ersetzen eben nicht ein mehrjähriges Studium als Betriebswirt oder Ingenieur und Jahre der Berufserfahrung in dieser Position. Und deshalb gibt es keine vernünftigen Entscheidungen durch die Mitbestimmung, die durch Wissen untermauert sind sondern nur Entscheidungen, die Kompromisse sind, welche aus mangelhaftem Wissen entstanden. Gewerkschaften und gewerkschaftsnahe Institute setzen der Absurdität dann noch die Krone auf, wenn sie suggerieren, man könne das fehlende Wissen mit ein paar Kurse und Seminare (die auch noch der Arbeitgeber bezahlen soll und muß) hinzufügen. Statt 5 Jahre Studium reichen dann 3 Tage „Bilanzen lesen leicht gemacht“. Das Ganze ist eine nicht mehr zeitgemäße Produktivitätsfalle. Verschwendung in Reinkultur. Doch solche Aussagen sind natürlich politisch nicht korrekt und deshalb unerwünscht.

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Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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