“Not invented here“ – Arroganz schlägt lean

„not invented here“ stand als Synonym vor einigen Jahren bei großen Automobilhersteller wenn diese auftretende Defekte und Qualitätsmängel oder Fehlkonstruktionen an ihren Fahrzeugen rechtfertigen sollten. Es wurde einfach damit auf den Zulieferer verwiesen, der, und das sollte deutlich mitschwingen in der Botschaft, eben nicht so fähig wäre. Hätte die Konstruktion oder Produktion dagegen im eigenen Haus stattgefunden wäre dies nicht passiert, so die Botschaft. Was damals schon nicht kundenfreundlich klang und auch von einem falschen Verständnis von Zusammenarbeit und Verantwortung zeugte wurde dann „kultiviert“. Inzwischen ist es bei größeren und großen Unternehmen fast schon üblich, alles als minderwertig anzusehen, was nicht aus den eigenen Hallen und Büros kommt. Das betrifft nicht mehr nur Produkte sondern ganz besonders auch Know-How, Verfahren und Methoden. Und hierbei besteht meist eine unheilige Allianz aus Geschäftsleitung, Mitarbeitern und auch Betriebsrat. Meist offen verächtlich werden Angebote zu neuen Methoden und Themen weggewischt. Wenn es nicht durch die eigenen Leute „erfunden“ wurde, scheint es per se als schlecht zu gelten. So ging es vor einigen Jahren auch den lean-Themen und – Methoden, nur durch die großen Literaturerfolge befeuert, nahmen sich die „inhous-Berater“ dann dieser Themen an. Auch heute ist das nicht anders. So wird zb beim Thema Zeitwirtschaft auf die „etablierten“ Methoden wie Refa verwiesen, als Begründung genügt dann schon die potentielle Abneigung des Betriebsrates den weniger etablierten Methoden gegenüber. Über die Schwelle des Hauses und hinein in die geschlossene Gesellschaft schafft nur, wasr die Inhouse-Consultants verstehen oder was die namhaften Beratungsgesellschaften gerade als „trendy“ ansehen.

Gerade deshalb –so scheint es- sind größere Betriebe eher träge und innovationsscheu. Obwohl sie ja anderes behaupten. Innovationen kommen – wenn sie denn kommen- nur von innen. Und so werden neue Wege und Methoden gerade von denen, die es sich leisten könnten, sie zu erproben und zu erforschen, erstmal gebremst. Allerdings werden durch die eher zögerliche oder ablehnende Haltung der großen auch kleinere Unternehmen verunsichert. Dies führt dazu, daß bei vielen Unternehmen methodisch und organisatorisch noch viele Reserven liegen.

Über wetterjoerg

Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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